Einführung in die Homöopathie


Einführung in die Homöopathie


Samuel Hahnemanns

grösste Leistung besteht wahrscheinlich darin, das Ähnlichkeitsprinzip vollständig als Therapie angewandt zu haben.


Nicht weniger hervorragend war seine Entdeckung, das Naturstoffe noch besser heilend auf die dem Menschen innewohnende Lebenskraft einwirken können, wenn sie verdünnt und verschüttelt (potenziert) werden.


Samuel Hahnemann

führte als erster in der westlichen Welt standartisierte Arzneimittelprüfungen an gesunden Personen durch und sicherte uns dadurch genaue Kenntnis über die Wirkung einzelner Arzneien.

Er prüfte und beschrieb 97

homöopathische Arzneien

mit etwa 32.000 Symptomen, vorwiegend von Pflanzen.



Wer war der Begründer der Homöopathie?

Christian Friedrich Samuel Hahnemann lebte von 1755 bis 1843, im Alter von 20 Jahren begann er Medizin zu studieren in Leipzig. Nach Ende des Studiums praktizierte er unter Anwendung der damals üblichen Ausleitungsverfahren und Arzneimittelmixturen. Schon bald stellte Hahnemann fest, dass diese Heilmethoden und die verwendetet Arzneimittel mit unbekannter Wirkung und Zusammensetzung in vielen Fällen der Gesundheit eher schadeten als dienten und unterbrach seine praktische Arbeit als Arzt für einige Jahre. Er widmete sich dem Studium der Chemie, Pharmakologie und Medizin.


1789 (vor der französischen Revolution) unterscheidet Hahnemann als erster die Syphilis von der Gonorrhoe, welche bis anhin als eine und dieselbe Krankheit galt. Die Mikrobiologie ist noch unbekannt. Hahnemann publiziert mehrere Schriften u.a. 1789 „Unterricht für Wundärzte über die venerischen Krankheiten, nebst einem neuen Quecksilberpräparate“, mit einem Anhang über "Die venerischen Krankheiten neugeborener Kinder". Bereits in diesem Werk ist die Homöopathie in ihren Fundamenten vollständig enthalten.


Hahnemann erläutert darin dauerhafte Heilungen bei der Syphilis, anhand der These, dass die Heilreaktion infolge des Quecksilbers durch ein künstlich erzeugtes Merkurialfieber entstünde. Welches er mit sublimiertem Quecksilber in der kleinstmöglichen Dosis, die dem Patienten nicht schadet, provozierte. Diese These besagt also, dass durch das ähnlichste Arzneimittel, eine Gegenreaktion durch eine künstlich induzierte Arzneikrankheit entsteht, die ihr ähnliche natürliche Krankheit heilen soll. Zu erwähnen ist dazu, dass eine Quecksilbervergiftung der Symptomatik von Syphilis gleicht. 1796 formulierte Hahnemann explizit den Satz: "Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt" (Similia similibus curentur).


Diese Ähnlichkeitsregel wird auch als Naturgesetz und demzufolge als Ähnlichkeitsgesetz bezeichnet, und gilt als Wiederentdeckung eines uralten Wissens der Menschheit. Schon Hippokrates hatte 400 Jahre v.u. Zeit, dieses Ähnlichkeitsgesetz zu Heilungszwecken angewendet. Und lediglich Paracelsus griff es im 15. Jahrhundert wieder auf.


Hahnemann hinterliess der Medizin ein wissenschaftlich absolut verbindliches Heilsystem, die Homöopathie, die Grundlagen dazu veröffentlichte er in seinem Werk "Organon der rationellen Heilkunde", damit hinterliess er der Welt ein geniales Vermächtnis. Hahnemanns Lebensweg und seine Werke sind hier in der Zeittafel zu finden.


Das Wort Homöopathie leitet sich aus dem griechischen Wortstamm hómoin = ähnlich und  pathos = leiden ab und ist somit bereits Träger der Idee des Ähnlichkeitsgesetzes. Hahnemann hinterliess auch einen wichtigen Satz für seine Nachfolger und diejenigen, die seine Methode wissenschaftlich untersuchen wollen: "Macht's nach, aber macht's genau nach"!


Erläuterungen zum Ähnlichkeitsprinzip  

Wenn man im Winter eine Schneeballschlacht macht und keine Handschuhe trägt, reibt man sich automatisch die kalten Hände mit Schnee ein. Dabei geschieht Folgendes: die Hände werden zuerst noch kälter als sie schon sind, aber dadurch bekommt der Körper eine Information und antwortet darauf mit vermehrter Durchblutung und Wärmezufuhr der Hände. Dieses Prinzip wird auch in heissen Ländern wie beispielsweise in Arabien, angewendet. Dort trinkt man heissen Tee!   

 

Die drei Methoden zur Arznei-Behandlung

a). Isopathie (Gleiches mit Gleichem), beispielsweise wenn Insulin bei Diabetes mellitus Typ II oder Bienengift bei Bienenallergie angewendet wird. Bei der Desensibilisierungsbehandlung z.B. mit Bienengift wird durch regelmässige intravenöse oder orale Zufuhr des Allergens versucht, den Organismus zu desensibilisieren. Diese Behandlung ist eine rein symptomatische Therapie, und am eigentlichen Krankheitszustand bzw. der Ursache wird nichts verändert. Sie dauert lange und bringt nicht immer den gewünschten Erfolg. Auch wenn erfolgreich gegen ein Allergen immunisiert wurde, kann sich eine neue Allergie gegen einen anderen Stoff entwickeln. Bei Menschen mit einem breiten Spektrum an Allergien, sind die Desensibilisierungsbehandlungen in der Regel vergeblich, und führen oft zu tieferen Funktionsstörungen des Immunsystems, wie etwa zu Überempfindlichkeiten gegen Chemikalien (Umweltkrankheiten).   


b). Allopathie (Entgegengesetztes), ist es beispielsweise wenn Blutdrucksenkende Medikamente gegen hohen Blutdruck, eingenommen werden. Die allopathische Methode bringt kurzfristig und im Moment Linderung, aber längerfristig bewirkt sie genau das Gegenteil. Wenn man beispielsweise eine Verstopfung mit Glaubersalz behandelt, erfolgt zwar eine mehr oder weniger schnelle Stuhlentleerung, aber in der Folge stellt sich eine weitere Verstopfung ein. Die Ursache wird dabei nicht behandelt. So hat jede entgegengesetzte Therapie immer eine langfristige Verschlimmerung zur Folge. Weil jede arzneilich anwendbare Substanz, eine Erstwirkung und eine Nachwirkung hat.   


c). Homöopathie (Ähnliches mit Ähnlichem), wird oft unbewusst angewendet z.B. erzeugt Kamillentee durch übermässigen und längeren Genuss als Nebenwirkung; Bauchschmerzen. Viele wenden gerade Kamillentee gegen Bauchschmerzen an, und wissen nicht, dass sie ein homöopathisches Prinzip anwenden. Auch in der Schulmedizin finden wir das Ähnlichkeitsprinzip beispielsweise wenn einem hyperaktivem Kind, das Aufputschmittel Ritalin empfohlen wird. Ritalin ist trotzdem keine Lösung.


Schulmedizinische Massnahmen, wann sind diese sinnvoll?

Lebensbedrohenden Zuständen, in denen die Lebenskraft die Kraft zur Selbstheilung nicht mehr aufbringen kann wie zum Beispiel bei septischem Schock durch eine Infektion.

Substitution (Zuführung) bei Diabetes von Insulin, bei Nierenversagen die Dialyse (Blutwaschung). 

Orthopädische und chirurgische Massnahmen wie beispielsweise nach einem Unfall, durch die Entfernung von zerstörten Organen und deren Ersatz. Auch bei degenerierten Organen wie Gelenkarthrose.


Die Entwicklung der homöopathischen Arzneimittel

Samuel Hahnemann und seine Zeitgenossen wussten zwar, dass es giftige Substanzen gab, die heilend wirken konnten, aber die Gefahr der Überdosierung und somit der Vergiftung war allgegenwärtig. Er beobachtete, dass Naturstoffe noch besser heilend auf den Organismus einwirken können, wenn sie verdünnt und geschüttelt (potenziert) werden. Hahnemann hat erst ab 1815 verschüttelt und verdünnt, davor hat er z.B. Urtinkturen nach der Ähnlichkeitsregel angewendet.


Die Verdünnung der homöopathischen Arzneimittel

Es gibt drei gebräuchliche Verdünnungsstufen: D = 1:10, C = 1:100 und LM = 1: 50‘000. Beim Vorgang des Verdünnens der Ausgangssubstanz wird die Molekülzahl der wirksamen Substanz immer weiter reduziert, bis sie schliesslich, bei der D 23, C 12 oder LM 4 (Loschmidtsche Zahl 10x10-23) angelangt, gleich Null ist. Die Arzneien werden aber in noch weit höheren Verdünnungen angewandt, so dass mit den üblichen Messmethoden kein materieller Wirkstoff mehr nachgewiesen werden kann.


Das Verschütteln der homöopathischen Arzneimittel 

Die Wirkkraft dieser Arzneien liegt aber nicht in der Verdünnung alleine, sondern in der Kombination mit der Verschüttelung (Potenzierung) und Verabreichung nach dem Ähnlichkeitsgesetzt. Homöopathie heisst also nicht zwangsläufig verdünnen und verschütteln, sondern die Anwendung von Heilmitteln nach dem Ähnlichkeitsprinzip.     


C-Potenzen oder LM-Potenzen? 

Hahnemann entwickelte erst Jahre nach der C-Potenz die LM-Potenz. Letztere erwies sich effektiver und verkürzt die Behandlungszeit bei chronischen Krankheiten, da mit ihr täglich neue Reize gesetzt werden können, im Gegensatz zur C-Potenz, die gewöhnlich erst wiederholt wird (bei chronischen Krankheiten), wenn sie ausgewirkt hat.       


Erklärungsmodell für die Wirkung  

Ein Erklärungsmodell für die Wirkung der so hergestellten Arzneimittel ist Folgendes: Durch das Schütteln entsteht eine Reibung bzw. eine elektrische Aufladung, die die Flüssigkeit energetisiert. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit dem Aufladen einer Nadel durch einen Magneten. Die aktuelle Forschung erklärt hierzu: Bei der Potenzierung entstehen energetische, dynamische Schwingungen in Form von Informationsmustern, welche auf die Trägersubstanz übertragen werden. Die von den Arzneien ausgehenden elektromagnetischen Wellen werden wie auf einem Tonträger festgehalten, transformiert und können wieder abgespielt werden. Die homöopathischen Arzneimittel gewinnen durch dieses Herstellungsverfahren (Verdünnen, Verschütteln) an Kraft. Diese Kraft ist vergleichbar mit der Lebenskraft aller Lebewesen. Sie vermag die verstimmte Lebenskraft positiv zu beeinflussen. Wichtig ist, dass eine genügend grosse Ähnlichkeit zwischen dem Arzneistoff und der Krankheit besteht. Dadurch entsteht eine künstliche Krankheit, durch welche die Fehldisposition / die Anlage / das Miasma gelöscht wird, indem die krank-machende dynamische Kraft besiegt wird, was der Lebenskraft ohne diese Kunstkrankheit alleine oft nicht möglich ist wie bei chronischen Krankheiten. Die Lebenskraft teilt uns diesen Heilungsprozess durch Heilreaktionen mit.     


Ausgangsstoffe der homöopathischen Arzneimittel   

Die Wirkstoffe der homöopathischen Arzneimittel stammen aus dem Pflanzen-, Tier-, und Mineralienreich. Um herauszufinden, welche Wirkungen die Ausgangsstoffe haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Eine ist folgende: Der gesunde Mensch nimmt in geringen Dosen, über einen bestimmten Zeitraum, einen einzigen Ausgangsstoff zu sich. Allgemein kann gesagt werden, dass jeder Stoff, der über das Mass eingenommen wird, mit der Zeit spezifische Krankheitssymptome erzeugt. Diese auftretenden Symptome werden notiert und so entsteht ein Arzneimittelbild. So erzeugt beispielsweise die Zwiebel, wenn man sie schneidet, Tränen und Fliessschnupfen.

Und wenn dann dieses Heilmittel nach dem Änlichkeitsgesetz angewendet wird zu heilungszwecken und heilt wird dies so schriftlich festgehalten in die „Materia medica“ (Materie der Medizin). Interessanterweise offenbaren Ausgangsstoffe durch das Potenzieren, einen grösseren Wirkungsspektrum als unpotenzierte Ausgangsstoffe. Nehmen wir beispielsweise das Kochsalz (Natrium chloratum), es ist kein grosses Arzneimittel in purer Substanz, aber potenziert schon.           

  

Wirksamkeit homöopathischer Heilmittel

Die effektive Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel sind wissenschaftlich untersucht, hier ein Dokufilm dazu. Die homöopathischen Arzneimittel werden, wie erwähnt, hoch verdünnt und potenziert, so dass sie hinsichtlich ihrer stofflichen Eigenschaften unschädlich werden. Mit einem Placebo-Effekt hat diese Medizin, auch wenn dies des Öfteren von Kritikern und Gegnern der Homöopathie behauptet wird, nichts gemein. Die sanfte und vollständige Wirkung der homöopathischen Arzneimittel bei Säuglingen, Kindern, bewusstlosen Menschen sowie in der Tiermedizin sprach bisher für sich. Auch viele Krankheiten die mit der modernen Schulmedizin nicht behandelbar sind können durch die homöopatische Behandlung geheilt werden.


Die Homöopathie hat schon viele Male ihre Erfolge wissenschaftlich belegen können. In der Typhus-Epidemie von 1813 in Leipzig verlor Hahnemann von 180 Patienten einen einzigen, und das war eine Greisin von über 80 Jahren. Ansonsten lag die Sterblichkeitsrate bei 95%. Und in der Cholera-Epidemie von 1832 lag die Sterblichkeitsrate bei den von Homöopathen behandelten Patienten bei 10%, bei den übrigen Ärzten um 90%. In der Diphtherie-Epidemie im ersten Weltkrieg lag die Sterblichkeitsrate unter 20% bei denen, die homöopathisch behandelt wurden, bei den übrigen Ärzten lag sie bei 84%.     


Krankheitsursachen  

Hanemanns wieterer grosser verdienst ist neben dem gesagt auch, dass er als erster ausführliche Anamnesen durchführte und niederschrieb (gemäss Robert-Bosch Institut).

Er entdeckte das es akute und chronische Ursachen gab als Krankheitsauslöser, 

und er versuchte die chronischen Ursachen zu definiern, er bezeichnete sie als Miasma wie Psora, Sykosis, Syphilis als Erklärungsmodell.


Bevor ein Mensch krank werden kann, muss eine Ursache, ein Auslöser vorhanden sein, denn ohne Ursache keine Wirkung. Viele so genannte Erreger sind immer und überall vorhanden und trotzdem werden wir nicht dauernd krank. Es gibt Krankheiten, bei denen die anzutreffenden Bakterien und Viren nicht die eigentlichen Verursacher sind, sondern sie nur charakterisieren. Bei diesen kann gesagt werden, das Terrain alles, der Erreger nichts (Zitat von Pettenkoffer).


Einige wenige chronische Krankheitsursachen können wie Forschungen gezeigt haben, den Boden für viele verschiedene Krankheitsbilder sein. Auch unter anderem für Erkrankungen mit ungeklärter Ursache. Gewisse chronische Infektionskrankheiten  erzeugen funktionelle Fehlsteuerungen im Regelkreislauf des menschlichen Organismus; dies ist vergleichbar mit Störungen durch Software-Viren im System einer computergesteuerten Maschine. Diese Fehlsteuerungen werden durch energetisch-dynamische-Information ausgelöst und können sich materiell und/oder immateriell zeigen. Wenn wir nun den materiellen Ausdruck palliativ behandeln, sowohl im menschlichen Organismus wie im Computer, so ist die Fehlsteuerung damit noch nicht behoben. 


Bei einigen Infektionskrankheiten entsteht eine Immunität, manchmal sogar während des ganzen Lebens, wie bei Masern und Scharlach. In anderen Fällen hingegen ist die Dauer der Immunität beschränkt wie nach Grippe usw. Hier kann sich die beseitigte Krankheit nach einiger Zeit von neuem einstellen. Auch ist unser Organismus nicht unverwundbar, auch nicht durch die homöopathische Behandlung. Infektionen bei Operationen kommen zustande, weil durch den Eingriff der natürliche Haut- oder Schleimhautschutz nicht mehr gegeben ist und auch ein gesunder Organismus über diese extreme Wunde infiziert werden kann, weswegen sterile Verhältnisse bei Operationen sinnvoll und notwendig sind. Auch die Anwendung von antibiotisch wirkenden Substanzen kann sinvoll sein, wenn nötig, das hatten auch schon die alten Ägypter erkannt und auch atibiotisch wirkende Schimmelpilze angewendet in Form von verschimmeltem Brot.


An der Entstehung von chronischen Krankheiten ist leider auch die Schulmedizin und ein grosser Teil der Naturheilkunde beteiligt. Diese chronischen Krankheiten entstehen durch die Behandlungen mit Arzneimittel (iatrogen) usw. - Dazu kommen noch beim einen oder anderen Belastungen durch Drogenmissbrauch, Nahrungsmittelgifte, Umweltgifte, Berufsgifte, Geopathie etc. - Alle Krankheiten, die wir kennen, haben oft ihr Ursache in einer oder mehrerer der oben erwähnten Faktoren.     


Bei der Behandlung von Krankheiten, kommt es immer auf die Situation an, wenn lebensrettende Sofortmassnahmen erforderlich sind oder Substitutionsbehandlungen wie Insulin usw. dann sollten diese Massnahmen angewendet werden. Die Schulmedizin ist grundsätzlich eine Akutmedizin, und chronische Krankheiten können trotz gesunder Lebensweise oder schulmedizinischer Massnahmen voran schreiten, und die Lebenskraft allein ist nicht in der Lage, ihr Fortschreiten aufzuhalten. Mit der Homöopathie ist es vielfach möglich diese Störung zu beheben. - Die meisten Menschen sind mehrfach belastet und benötigen meist mehrere homöopathische Arzneimittel mit den nötigen Zeiträumen dazwischen. Auch bei einer scheinbaren Heilung sollte man einmal pro Jahr zum Homöopathen in die Nachbesprechung gehen, um eventuelle latente chronische Krankheiten zu behandeln, das Ziel ist, eine belastete Person von diesen Leiden vollständig zu befreien und zu heilen.


Heilungs- und Krankheitsverlauf 

Eine abgeschlossene Heilung kann dann als Heilung bezeichnet werden, wenn sie langfristig besteht. Wenn es aber nach einiger Zeit zu einer Verschiebung des pathologischen Prozesses auf eine wichtigere Organebene kommt, dann zeigt dies, dass trotz des Verschwindens der vorherigen Erscheinungen eine Verschlechterung eingetreten ist. Durch die ganzheitliche Betrachtung der individuellen Krankheitserscheinungen wird es oft erst möglich, dass der Heilungsprozess eingeleitet werden kann, z.B. bei Patienten, die jahrelang vergebens oder falsch therapiert wurden. 


Wie verläuft die Heilung nach Naturgesetzmässigkeiten?   

a)  von innen nach aussen   

b)  von wichtigen Organen zu weniger wichtigen Organen oder Organsystemen   

c)  in der umgekehrten Reihenfolge ihres Auftretens.   

Eine Ausnahme der Krankheitsentwicklung bilden folgende Viruserkrankungen: Windpocken, Pocken, Masern und Herpes, diese Erkrankungen breiten sich vom Zentrum zur Peripherie und von oben und nach unten aus, während fast alle anderen Hautkrankheiten dies in umgekehrter Richtung tun. Die einzige Ausnahme hiervon sind unheilbare Fälle.


Bei erworbenen Krankheiten trifft diese Regel mehr zu als bei vererbten, und alle Varianten treten auch nicht zusammen auf. In der Schulmedizin werden diese Regeln grundsätzlich nicht beachtet. Beispiel: Wenn ein Hautausschlag bei einer Person mit Salben behandelt wurde, schreitet die Krankheit nach innen vorwärts, oder sie wird für einige Zeit latent. Dadurch ist der Anschein gegeben, dass die Krankheit geheilt sei. Einige Zeit später leidet diese Person aber an einem chronischen Bronchialasthma, welches dann ebenfalls behandelt wird. Und noch etwas später leidet die betroffene Person an Arthritis und ein Meniskus musste operiert werden. Schlussendlich leidet sie an hohem Blutdruck und Angina Pectoris. Die Krankheit ist also von aussen (Haut) nach innen (Herz) gedrängt worden, was uns zeigt, dass eigentlich immer nur unterdrückt wurde, anstelle zu heilen.


Möglichkeiten und Grenzen der Homöopathie  

Solange die gestörte Selbstheilungskraft des Organismus angeregt werden kann, kann theoretisch jede Krankheit – akut oder chronisch – homöopathisch behandelt werden. Angefangen beim Säugling bis ins hohe Alter. Somit liegen die meisten Krankheiten in Reichweite der Homöopathie. Die Klassische Homöopathie ist häufig auch dort erfolgreich, wo die Schulmedizin ausser Linderung der Beschwerden keine Heilungsmöglichkeiten zu bieten hat. So beispielsweise bei Geisteskrankheiten, Allergien, rezidivierenden Infektionen, Hautausschlägen, Migräne, schweren Krankheiten wie Krebs. Die Homöopathie stösst an ihre natürlichen Grenzen, wo Organe in Ihrer Funktion zerstört sind, da kann aber unterstützend behandelt werden .


Symptombehandlung 

Die Behandlung z.B. von Husten, wird von einigen auch als Symptombehandlung bezeichnet. Ein homöopathisches Arzneimittel, dass dieses Symptom heilen soll, muss auch weitere Faktoren berücksichtigen, wie Auslöser, Modalitäten (Husten schlimmer oder Husten besser durch) usw., denn einfach ein Mittel geben wie Drosera bei Husten bringt nicht den erhofften Erfolg. Mit einem Schlüssel kann man auch nicht alle Türschlösser öffnen, obwohl es ein Schlüssel ist, und so ist es auch mit homöopathischen Arzneimitteln.         


Die effektivste Behandlung 

Wenn es deutlich ist, dass ein Mensch an einer chronischen Krankheit leidet, dann sollten, soweit dies möglich ist, alle beteiligten Ursachen behoben werden. Wenn stattdessen mit verschiedenen Mitteln (so wie in der Schulmedizin oder oft in der Naturheilkunde) ein Symptom nach dem anderen beseitigt wird oder die immer wiederkehrenden Symptome mit Akutmitteln behandelt werden, dann heilt man nicht im eigentlichen Sinne. Zwar würde man den Kranken für kurze Zeit von manchen störenden Symptomen befreien. Aber die chronische Krankheiten würden weiterlaufen, nun aber verdeckter, verborgener und ohne ins Auge fallende Symptome und Zeichen. Man würde durch solch ein Handeln den Organismus eines Menschen „verstummen“ lassen. Dieses Vorgehen ist sowohl mit schulmedizinischen, naturheilkundlichen als auch mit homöopathischen Arzneimitteln möglich. Wenn sich dann doch nach einiger Zeit die Notwendigkeit einer homöopathischen Kur herausstellt, dann wäre diese Person grösstenteils seiner Symptome beraubt.   


Nachbesprechungen

Neben der Einnahme des passenden homöopathischen Heilmittels in seiner optimalen Dosierung, ist auch die Nachbesprechungen wichtig, die alle 5-7 Wochen stattfinden sollte, zur Beurteilung der Wirkung durch den Homöopathen. Dabei kann der Homöopath beurteilen ob dasselbe Mittel oder ein anderes nun angezeigt ist und in welcher Dosierung. Auch kommen bei den Nachbesprechungen weitere Details hinzu, die bei der ersten Besprechung nicht erwähnt wurden von den Klienten.    

 

Unterschied zwischen Homöopathie und klassischer Homöopathie  

Im Jahre 1957 wurde der Begriff „Klassische Homöopathie“ eingeführt, um zwischen Homöopathie mit Komplexmitteln (Arzneimischungen) und den geprüften Einzelarzneimitteln der Klassischen Homöopathie zu unterscheiden. Die Komplexmittel decken ein breites Symptomen-Spektrum ab. Sie sind aber in Ihrer Zusammensetzung nicht geprüft. Wenn durch ihre Einnahme Symptome verschwinden, ist nicht ersichtlich, welcher Arzneistoff diese Symptome zu löschen vermochte. Auch wird viel Missbrauch mit den Arzneimitteln betrieben wie Symptom-Unterdrückung. Seien Sie deshalb vorsichtig mit dem eigenmächtigen Gebrauch von homöopathischen Arzneimitteln. Und es muss leider beklagt werden, dass es viele gibt, die zuwenig Kenntnisse von der Homöopathie haben. Überlegen Sie sich deshalb bitte auch gut, zu wem Sie in Behandlung gehen, ob zu einem Homöopathen der Komplexmittel verschreibt oder zu einem Klassischen Homöopathen.


Hans Peter Exer

Naturheilpraktiker