Blasenentzündung


Blasenentzündung (Zystitis)

Was ist eine Blasenentzündung?

Die Blasenentzündung ist die häufigste Harnwegsinfektion. Im Fachkreisen spricht man auch von einem Harnwegsinfekt, weil nur selten die Blase allein betroffen ist.

Frauen leiden oft darunter, manchmal mehrmals pro Jahr. Bei Männern treten die Infektionen im Alter gehäuft auf.


Welche Symptome  treten bei einer Blasenentzündung auf?

  • Häufiger Harndrang alle 10-20 Min., wobei jedesmal nur kleine Mengen an Harn abgegeben werden (Pollakisurie).
  • Das Harnlassen ist in der Regel von brennenden oder stechenden Schmerzen begleitet (Dysurie).
  • Beständiger schmerzhafter Harndrang, evtl. krampfartige Schmerzen oberhab des Schambeins (Blasentenesmen).
  • Vermehrtes nächtliches Wasserlassen (Nykturie), unwillkürlicher Harnabgang (Harninkontinenz), retropubischer Druckschmer.
  • Manchmal riecht der Harn unangenehm und enthält Blutbeimengungen. Ausserdem können Fieber und gelegentlich auch Erkältungen und dauernde Schmerzen im Unterleib dazu kommen. Bei Kindern sind möglicherweise im Harn selbst keine Anzeichen zu finden, aber sie können Fieber bekommen und beim Wasserlassen weinen. Fieber und eine starke Beeinträchtigung des Allgemeinbefindes sprechen gegen eine unkomplizierte Harnwegsinfektion und weisen auf eine Mitbeteiligung der oberen Harnwege hin.


Welche Ursachen gibt es für eine Blasenentzündung?

  • Die häufigste Ursache ist eine Infektion durch aufsteigende Erreger in der Harnröhre zur Blase, v.a. durch Escherichia-coli-Bakterien in 80% der Fälle, Chlamydien (10-15%), aber auch Viral (Adenovirus 11) usw.
  • Frauen sind viel häufiger betroffen als Männer, da Frauen eine kürzere Harnröhre haben. Bei Frauen gehört die Zystitis zu den häufigsten bakteriellen Infektionskrankheiten überhaubt.
  • Weitere Ursachen sind chemische Reize z.B. Perubalsam, Zytostatika, Strahlentherapie.
  • Mechanische Reize z.B. Verletzung, Harnröhrenreizung durch Geschlechtsverkehr, Katheterisierung mit oder ohne Infektion, Fremdkörper (Blasensteine, Nierensteine, Harnsand und -griess),
  • Prostatahypertrophie (Hauptursache bei älteren Männern; fühlt sich an als sässe man auf einem Ziegelstein),
  • Parasiten (Trematodenwurm; Schistosoma haematobim [Nachweis im Harnsediment], leben in Süsswasserschnecken in warmen Ländern; Marroko, Afrika. Füren 1-3 Mt. danach zu Beschwerden; Bilharziose der ableitenden Harnwege; dunkle Ververärbung des Harns, Brennen beim Wasserlösen und Harndrang),
  • Druck auf die Blase; wie durch Uterusverlagerung, Schwangerschaft (Frauen sind sehr anfällig in dieser Zeit).
  • Überdehnung der Blase bei Harnverhaltung oder -träufeln.
  • Dann aszendierende Infektion von den Nieren und ableitenden Harnwegen (z.B. Pyelonephritis).
  • Abakterielle Zystitis mit unklarer Äthiologie (sog. Interstitial Zystitis, Syn. Hunner-Zystitis).
  • Bei Kindern ist meist die Zystitis eine Folge einer zu frühen  Blasenmuskelzusammenziehung bei der Harnentleerung, so dass es zu einem Rückfluss des Harns in den Harnleiter kommt.
  • Akute Erkältungen und Abkühlungen bei erhitztem Körper.
  • Diätfehler: junger Wein, schlecht vergorenes Bier; Spargel, Sellerie usw.


Welche Diagnosemethoden gibt es?

  • Die Symptome geben den ersten Hinweis, die Untersuchung des Harns erlaubt weitere Aussagen. Bei Zystitis kann aber muss nicht die Harnfarbe rot sein (dies ist auch auch bei Nierenerkrankung, Hämolyse, durch Menses, Rhabdomyolyse, Porphyrie und durch Rote Beete möglich),
  • Aussagekräftig ist der Urin-Streifen-Schnelltest, die Leukozytenzahl ist immer erhöht, die Nitrit- und Erythrozyten-Werte sind häufig positiv.
  • Beweisend ist der Keimnachweis in der Urinkultur, die Ergebnisse liegen jedoch meist erst nach 1-2 Tagen vor.
  • Stark riechender Urin kann auch auf eine Zystitis weisen.
  • Eiter (in Form von weissen Flocken im Urin bei bakt. Zystitis) oder Fäden.
  • Irisdignostisch ist eine Zystits auch diagnostizierbar sowie deren Verlauf. 


Welche Differenzialdiagnosen sind zu machen?

  • Vulvovaginitis, Urethralsyndrom, Pyelonephritis, bei chronischem Verlauf Reizblase, Blasenkarzinom (Systoskopie).


Welche Behandlungen gibt es gegen die Blasenentzündung?

Die akute Zystitis kommt bei Bettruhe, strenger Diät und bei entsprechender homöopathischer Behandlung gewöhnlich in kurzer Zeit zur Ausheilung unter Auftreten heftigen Schweisses. Wenn eine akute Blasenentzündung nicht innerhalb von 24 Stunden auf die Behandlung reagiert, könnte die Erkrankung auch von einer anderen Infektion wie sexuell übertragbaren Krankheit stammen. Spätestens dann sollte klinisch abgekärt werden um welche Erreger es sich handelt und ggf. die Behandlung mit Antibiotika in Erwägung gezogen werden.


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