Eisenmangel, Eisenmangelanämie


Eisenmangel / Eisenmangelanämie

Einleitung

  • Eisenmangel ist weltweit einer der häufigste Mangelerscheinung. Oft wird der Mangel nicht erkannt, weil Betroffene den Zusammenhang nicht sehen und sich auch nicht untersuchen lassen diesbezüglich oder Massnahmen ergreifen. Andererseits wird der Eisenmangel auch von Ärzten oft nicht erkannt, oder falsch behandelt.
  • Es gibt zwei Phasen von Eisenmangel – das Frühstadium (Eisenmangelsyndrom = Feritinmangel) und das Spätstadium (Eisenmangelanämie = Eisenmangelbedingter Hämoglobinmangel).
  • Der Körper kann das Spurenelement Eisen nicht selbst herstellen, es wird ausschliesslich aus der Nahrung bezogen. Somit ist der Körper auf eine ausreichende Zufuhr eisenhaltiger Lebensmittel angewiesen. 
  • Das Eisenmangelsyndrom kommt vorwiegend bei Frauen im Menstruationsalter, aber auch oft bei Kindern, Leistungssportlern und alten Menschen vor.
  • Tägliche Zufuhrempfehlung:   

            - Säuglinge bis 4 Monate 0,5 mg

            - Kinder 4 Monate bis 7 Jahre 8 mg

            - Kinder 7 bis 15 Jahre 10–15 mg        

            - Männer und Frauen nach den Wechseljahren 10 mg

            - Frauen im gebärfähigen Alter 15 mg

            - Stillende 20 mg

            - Schwangere 20–30 mg           

  • Die Eiseninfusion oder Eiseneinnahme als Therapiestandart bei Eisenmangel ist oft nur vorrübergehend hilfreich, immer wieder kommen Menschen zu mir in die Praxis bei denen ihr Körper das Eisen trotzdem nicht aufnimmt. Anderseits kann sich eine Überdosierung auch schädlich auswirken. Davon sind insbesondere Menschen betroffen, die an Hämochromatose, einer Regulationsstörung der Eisenaufnahme im Darm, leiden. Das Eisen reichert sich im Verlauf der Krankheit in der Leber an und führt dort zu einer Siderose und weiteren Organschäden. Weiterhin steht Eisen im Verdacht, Infektionskrankheiten, z. B. Tuberkulose zu fördern, da die Erreger zur Vermehrung ebenfalls Eisen benötigen. Auch maligne Tumor enthalten viel Eisen, ausserdem kommt es bei einigen neurodegenerativen Erkrankungen wie beispielsweise der Parkinson- oder auch der Alzheimer-Krankheit zu Eisenablagerungen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Es ist zurzeit unklar, ob dies eine Ursache oder eine Folge der Erkrankung ist.
  • Neben einer optimierten Ernährung gilt es auch die Fehlregulationen im Regelkreislauf zu beheben (z.B. zu starke Menstruationsblutungen, Magensäuremangel etc.) oder Sachen zu meiden die die Eisenaufnahme behindern wie zu viel Kalzium bei eisenreicher Nahrung oder den Kaffee gleich nach dem Essen u.a. Die Naturheilkunde bzw. in meiner Naturheilpraxis behandle ich den ganzen Menschen und allfällige Regulationsstörungen ganzheitlich, so dass z. B. eine zu sarke Menstuation sich normalisiert oder eine Resoprtionsstörungen behoben wird.

Funktion von Eisen

  • Eisen befindet sich im menschlichen Körper zu 70% in den roten Blutkörperchen, als zentraler Bestandteil des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Dort hat es die Aufgabe, Sauerstoff an sich zu binden und über das Blut sämtliche Körperzellen mit Sauerstoff zu versorgen. Bei einem Mangel an Eisen oder Hämoglobin entsteht automatisch auch ein Sauerstoffmangel im Körper. Aus diesem Grund ist in dieser Situation häufig sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt.
  • Eisen ist auch ein Bestandteil verschiedener Enzyme, die beispielsweise für den Energiestoffwechsel im Körper verantwortlich sind. Sämtliche Körperprozesse sind auf eine optimale Energieversorgung der Zellen angewiesen und somit ist eine ausreichende Eisenzufuhr auch in diesem Bereich von grosser Bedeutung.
  • Eisen ist ebenfalls ein wichtiges Spurenelement für die Schilddrüse. Eisenmangel kann die Jodaufnahme hemmen. Bei Jodmangel, Kropf und Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) sollte der Eisenhaushalt überprüft werden. Hashimoto-Betroffene leiden oft an Eisenmangel.

Mangelsymptome

  • Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit nimmt ab
  • Erschöpfung, Leichte Ermüdbarkeit, Müdigkeit, Leistungsverminderung, verminderte Belastbarkeit, Burnout (natürlich gibt es auch andere Grunde für diesen Zustand).
  • Konzentrationsstörrungen, Lustlosigkeit, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Reizbarkeit, Wetterfühligkeit
  • Verhaltens- und Nervenstörungen bei Kindern, AD(H)S, die Entwicklung der Kindern ist besonders auf der sozialen Ebene stark verlangsamt.
  • Haare: spröde, brüchig, Haarausfall (bei schwerem Eisenmangel)
  • Schwindel
  • Nackenverspannungen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen
  • Blasses Gesicht, Blauverfärbung des Lidrandes, blasse Schleimhäute
  • Haut: blass, trocken, rauh, spröde
  • Schleimhautveränderungen des Rachens und der Zunge, des Magens und Dünndarms mit Schluckstörungen und Brennen.
  • Zunge: Zungenbrennen (DD: auch bei Gastritis, Pernizöse Anämie), atrophische Zungenschleimhaut (DD: auch bei pernizöser Anämie), atropische, glatte entzündete Zunge (Papillen sind verschwunden). Rötung und Entzündung der Zungenspitze, der Papillen der Zungenspitze (DD: auch bei Pernizöse Anämie).
  • Rissige in den Mundwinkeln (Mundrhagaden). DD: Auch bei Vitamin B2 (Riboflavin) Mangel.
  • Aphthen
  • Nägel: flach, Löffelnägel (Fingernägel wölben sich nach oben), wellige Querrillen, Längsspalte, der Länge nach gesplitterte Nägel (Onychorrhexis), Nägel lösen sich ab. DD: da es auch andere Erkrankungen gibt wo diese Nägelanomalien auftreten können, gilt es diese zu differenzieren.
  • Appetitlosigkeit
  • Schlafprobleme
  • Atemnot bei körperlicher Anstrengung
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Blässe und Kollapsneigung als Folge des verminderten Hämoglobins
  • Kälteüberempfindlichkeit, Störungen der Wärmeregulation
  • Ösophagitis und Dysphagie (auch bei Pernizöse Anämie)
  • Bei Eisenmangel in der Schwangerschaft wird die Entwicklung des Fötus im Mutterleib verlangsamt, was sich später in Störungen in der mentalen und motorischen Entwicklung des Kindes und durchschnittlich niedrigeres Geburtsgewicht des Neugeborenen ässern kann. Erhöhter Anteil von Frühgeburten.
  • Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Beim Sportler: reduzierte Leistungsfähigkeit, raschere Bildung von Milchsäure in der Muskulatur, verbunden mit Muskelkrämpfen.
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Blutarmut (Anämie) im Spädstadium

Ursachen

  • Unzureichende Zufuhr mittels der täglichen Nahrung z.b. durch ungesunde Ernährungsweise, Schlankheitskuren, Durchfälle, ...
  • Hemmung der Eisenresoprtion als Nebenwirkung von Acetylsalicylsäure, Alkohol, Aluminium, Amalgam, Antazita [Al-, Mg-, Ca-haltig], Antituberkulosatika, Arsen, Bikarbonat, Blei, Cadmium, Chloramphenicol, Eier (unbekannte Substanzen in Eiern), E-Stoffe, Kalzium [grössere Menge], Kuhmilch, Lösemittel, Magnesium [grössere Menge], Phosphate, Phytinsäure [in uneingeweichten Hülsenfrüchten], Streptomycin, Tannin [in Kaffee, Schwarztee], Zinnverbindungen.
  • Bei den E-Stoffen sind es: E 400 [Alginsäure], E 401 [Natriumalginat], E 402 [Kaliumaginat], E 403 [Ammoniumalginat], E 404 [Calciumalginat], E 405 [Prophylenglykol-Alginat]. (Literaturquelle: Repertorium der Krankheitsursachen)
  • Medikamente wie Acetylsalicylsäure, Antazida (z. B. Talcid, Maaloxan etc.), Antibiotika, Antirheumatika, Cholesterinsenker, Kalzium, Medikamente gegen Harnsteine, Säureblocker (z. B. Omeprazol), etc.
  • Hohe Eisenverluste durch starke Menstruation, Blutungen, Blutspenden, Operation, Verletzung, Blutungen aus dem Verdauungstrakt (bei Geschwüren, Krebs, entzündlichen Darmerkrankungen), Dialyse, Leistungssport. Frauen habe zusammengerechnet am Stück vier bis fünf Jahre Ihre Menstruationsblutung. Bei starker Menstuationsblutung kann oft das verlorene Eisen nicht mehr ausreichend über die Nahrungsaufnahme ausglichen werden. Oft steigt der viel zu tiefe Ferritinwert, also der Eisenspeicherwert, erst nach der Menopause wieder und kann dann auch nicht ausreichend sein. Eine zu geringe Eisenaufnahme aus der Nahrung - in Kombination mit der Monatsblutung, bei der viel Eisen verloren geht - und vielleicht sehr sportlicher Aktivität - kann einen bestehenden Eisenmangel noch verstärken. Daher leiden Frauen auch wesentlich häufiger an Eisenmangel als Männer.
  • Erhöhter Bedarf Kinder im Wachstum, Schwangerschaft, Stillzeit. Während der Schwangerschaft ist der Bedarf an Eisen generell erhöht. Wird diesem Fakt nicht Rechnung getragen, so entsteht ein Eisenmangel, der sich natürlich auch auf den Fötus auswirkt. Einen Mangel an Eisen können auch Babys und Kinder haben, durch Eisenmangel der Mutter, und Ernährung mit Kuhmilch erhöht Eisenverluste via Stuhl. Besonders bei Babys und Kleinkindern kann ein solcher Mangel gravierende Folgen auf deren Gesundheit haben.
  • Blutende Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre, Dickdarmgeschwür (Colitis ulcerosa).
  • Beschwerden und Erkrankungen im Magen-Darm Trakt: Gestörte Resorption durch Magen- oder Darmschleimhautentzündung, Verdauungsschwäche von Magen und/oder Darm, chronische Durchfälle, beschleunigte Magen-Darm-Passage, Zöliakie, Darmkrebs.
  • Magensäuremangel, denn nur mit ausreichend Magensäure kann die Nahrung aufgeschlossen und die Mineralstoffe später im Darm auch resorbiert werden.
  • Nierenerkrankungen


Leiden Sie unter einigen der oben beschrieben Symptomen und jetzt? Wäre es nicht ein Versuch wert einen naturheilkundlichen Weg zu probieren?