Fruktose Intoleranz


Fructose-Intoleranz

Was ist Fructose eigentlich?

Fructose ist ein Einfachzucker, der - oft gemeinsam mit Glucose - in vielen Lebensmitteln in unterschiedlicher Menge und Verteilung vorhanden ist. Besonders fructosereich sind Früchte und sämtliche Produkte, in denen Früchte verarbeitet wurden (Marmelade, Fruchtsäfte, Obstkuchen, Trockenfrüchte, Fruchtjoghurts, Milchshakes mit Früchten etc.). Wer gerne Light- oder Diät-Produkte einkauft, sollte wissen, dass in diesen Produkten oft reine Fructose als Süssungsmittel verwendet wird. Auch in speziellen Diabetiker-Produkten ersetzt die Fructose den Haushaltszucker.


Der Mensch hat heute ein Nahrungsangebot das er Millionen von Jahre so nicht hatte. Was wir als Nahrungsmittelintoleranz einordnen ist womöglich nur die Reaktion eines völlig normalen Körpers der sich innerhalb einer Generation auf eine andere Ernährung umstellen muss. Heute hat jede dritte Person bei uns Probleme mit dem Fruchtzucker Fructose. Lebensmittelhersteller süssen gerne mit purer Fructose und tragen so bei das unser Essen mehr Fructose enthält.


Was ist Fructose-Intoleranz?

Die Fructose-Intoleranz (= Fruchtzucker-Intoleranz) ist eine Unverträglichkeit von Fructose, weil diese nicht verstoffwechselt werden kann von der Darmschleimhaut und Darmflora. Immer mehr Menschen sind davon betroffen. Dennoch ist sie vielen Ärzten und Therapeuten unbekannt und wird nicht in die Diagnosefindung mit einbezogen. Die Betroffenen leiden daraufhin oft viele Jahre lang an Verdauungsbeschwerden, die den Alltag stark beeinträchtigen können. Nicht selten ist es letztendlich der Kliente/Patient, der den Arzt um einen Fructose-Intoleranz-Test bittet, da er bei eigenen Nachforschungen auf diese Möglichkeit als Ursache für seine Beschwerden stiess. Je länger jedoch eine Fructose-Intoleranz unerkannt bleibt, desto schwieriger wird es, das Verdauungssystem wieder zu besänftigen.


Haushaltszucker besteht zur Hälfte aus Fructose (die andere Hälfte ist Glucose), deshalb können alle gezuckerten Produkte Beschwerden verursachen Symptomen führen. Dies ist besonders bei langjährigen Fructose-Intoleranten der Fall, während Menschen mit geringfügiger Fuctose-Intoleranz-Ausprägung den gewöhnlichen Haushaltszucker manchmal recht gut vertragen können. Da insbesondere Fertigprodukte oft versteckten Zucker enthalten, ist das Lesen der Zutatenliste für Fructose-Intolerante ein Muss. Leider gibt es auch einige Süssungsmittel wie z.B. Maissirup oder auch Agavendicksaft, die ausserordentlich fructosereich sind, ohne dass dies irgendwo auf dem betreffenden Produkt vermerkt wäre.


Welche Folgenbeschwerden kann es geben?

Wird eine Fructose-Intoleranz gleich im Anfangsstadium erkannt, dann helfen oft bereits konkrete Ernährungsprogramme (siehe weiter unten), um dem Problem ein frühes Ende zu bereiten. Problematisch wird die Angelegenheit dann, wenn sich ein Patient über Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg mit seiner Fructose-Intoleranz (oder einer anderen Intoleranz) herum quälen muss, ohne dass jemand eine rettende Idee hätte. Dann nämlich isst der Betroffene ahnungslos die problemverursachenden Lebensmittel und verschärft die Lage damit unwissend noch mehr. Je länger nämlich eine unbehandelte Fructose-Intoleranz besteht, umso gravierender können die Folgeschäden sein.


1. Weitere Intoleranzen können auftreten

Wenn ein Fructose-intolerantes Verdauungssystem über einen langen Zeitraum mit grossen Mengen Fructose belastet wird, führt das zu Schäden an der Darmschleimhaut. In der Darmschleimhaut befinden sich jedoch auch Zellen, die das für den Milchzuckerabbau nötige Enzym Lactase bilden sowie Zellen, die das für den Histaminabbau nötige Enzym Diaminoxidase produzieren. Bei Schäden der Darmschleimhaut werden automatisch auch diese beiden Zellarten beschädigt, so dass eine Lactose- und/oder eine Histamin-Intoleranz entstehen können.


2. Dysbiose

Zwar gilt eine gestörte Darmflora (Dysbiose) als eine der Hauptursachen der Fructose-Intoleranz, doch kann sich dieses Ungleichgewicht der Darmflora im Verlauf der FI natürlich noch verstärken. So können beispielsweise Darmbakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm wandern (was bei einem gesunden Menschen nicht möglich ist), so dass die blähenden Fermentationsprozesse nach Fructose-Verzehr, die normalerweise im Dickdarm erfolgen, bereits im Dünndarm stattfinden, was vom Betroffenen als äusserst unangenehm empfunden wird. Eine derartige Dysbiose wird auch als Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB) bezeichnet.Hat sich eine DDFB einmal etabliert, kann sie auch ohne vorherigen Fructose-Verzehr zu Beschwerden führen, was eine eindeutige Diagnose immer schwieriger macht. Abgesehen davon kann sich eine DDFB auch unabhängig von einer FI entwickeln, muss also nicht immer gemeinsam mit dieser vorliegen. Dummerweise lässt eine DDFB (auch ohne FI) den FI-Nachweistest (Atemtest, siehe weiter unten) positiv ausfallen. Hier ist also grösstes diagnostisches und therapeutisches Geschick vonnöten.


3. Schwächung des Immunsystems

Da bekanntlich ein Grossteil des Immunsystems im Darm ansässig ist, kann eine schwerwiegende Dysbiose die körpereigene Abwehrkraft empfindlich schwächen, so dass sich daraus vielfältige weitere Folgeerkrankungen und Beschwerden ergeben können.


4. Folsäure- und Zinkmangel

Eine Dysbiose wiederum kann den bei Fructose-Intoleranten grundsätzlich zu beobachtenden Folsäure- und Zinkmangel verursachen oder verstärken. Ein Folsäuremangel kann Depressionen, Konzentrationsstörungen und Reizbarkeit fördern, während Zinkmangel mit einer verringerten Fruchtbarkeit, Haarausfall und einer erhöhten Infektanfälligkeit in Zusammenhang ge bracht wird.


Es gibt eine genetisch bedingte und eine erworbene Fructose-Intoleranz

Bei der Fructose-Intoleranz unterscheidet man zwischen einer erworbenen Fructose-Intoleranz (auch intestinale Fructose-Intoleranz genannt) und der sog. hereditären Fructose-Intoleranz (HFI). Letztere ist bereits seit der Geburt vorhanden, während die erworbene FI-Form meist im Teenager- oder Erwachsenenalter auftritt.


Welche schulmedizinische Therapie gibt es bei Fructose-Intoleranz?

1. Symptomatisch

Da die üblichen Untersuchungen der Schulmedizin (Darmspiegelung) keine Defekte ans Tageslicht bringen, wird der Patient oft mit der Diagnose Reizdarmsyndrom oder - noch schlimmer - mit den Worten "Das ist psychosomatisch" abgespeist. Infolgedessen therapiert die Schulmedizin die Symptome. Der Patient erhält Arzneimittel gegen Durchfall, Medikamente gegen Blähungen, entkrampfende sowie schmerzlindernde Arzneimittel gegen die Bauchkrämpfe und Antidepressiva, wenn die Depressionen überhand nehmen. Dadurch wird er natürlich zum Dauerpatient. Die ständige Einnahme von Medikamenten führt früher oder später zu neuen Beschwerden, kann also nicht als endgültige Lösung betrachtet werden.


2. Antibiotika

Falls doch einmal ein Wasserstoff-Atemtest vorgenommen wird und dieser positiv ausfällt, kann es durchaus sein, dass der Therapeut auch Antibiotika verordnet. Das tut er dann, wenn er eine Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB) vermutet. In einer Studie wurde gezeigt, dass eine bereits einwöchige Antibiotika-Gabe nicht nur zu einer Verringerung der Symptome, sondern sogar gleich zum Verschwinden etlicher Intoleranzen geführt haben soll. Eine DDFB kann also FI-Symptome entweder vortäuschen oder die Darmschleimhaut so schädigen, dass es infolgedessen zu einer FI kommt. Da eine Antibiotika-Therapie aber oft auch erst Auslöser einer FI sein kann, ist dieses Vorgehen riskant, wenn auch zweifelsohne verlockend. Auch ist nicht bekannt, ob die positive Auswirkung der Antibiotika-Therapie in oben genannter Studie von Dauer war. In jedem Falle ist im Anschluss an eine solche Behandlung ein gründlicher Aufbau der Darmflora mit vorteilhaften Darmbakterien vorzunehmen, um einer erneuten Fehlbesiedlung vorzu beugen.


Leiden Sie unter Fructose-Intoleranz? Und jetzt?