Hypercholesterinämie


Hypercholesterinämie

Was ist Cholesterin?

Das Cholesterin, auch genauer Cholesterol bezeichnet,  ist ein in allen tierischen Zellen vorkommender kristalliner, fettartiger Naturstoff.


Wo wird Cholesterin hergestellt?

90% des Cholesterin für den täglichen Bedarf wird im menschlichen Körper von der Leber produziert, die anderen 10% werden über die Nahrung aus tierischen Produkten aufgenommen wie Butter - Pflanzen enthalten kein Cholesterin. Bei Veganern erzeugt die Leber 100% des Cholesterins.


Welche Funktion hat Cholesterin?

Cholesterin für den menschlichen Körper und seiner Gesundheit von grosser Bedeutung ist. Unser Gehirn besteht zu 75% aus Myelin (einer fetthaltigen Isolationshülle) welches zu 100% aus Cholesterin besteht! Cholesterin wird auch für den Zellstoffwechsel und als Grundsubstanz für Hormone benötigt. 95% des männlichen Sexualhormons Testosteron, 95% des weiblichen Sexualhormons Östrogen, Progesteron sowie 95% des Hormons Adrenalin werden in unserem Körper von Cholesterin gebildet! Wenn beispielsweise die Adrenalin-Drüsen erschöpft sind, dann produziert man zu wenig Cholesterin.


Bei Blutgefässwandschäden, benützt unser Körper LDL-Cholesterin als Flickmaterial. LDL-Cholesterin; englisch; Low-density Lipoprotein, in Deutsch: Cholesterin mit Lipoproteine von geringer Dichte. Dieses LDL-Cholesterin wird zu den Zellen gebracht, während HDL-Cholesterin; englisch High-density Lipoprotein, in Deutsch: Lipoproteine hoher Dichte zurück zur Leber transportieren werden, wo es wieder verwendet oder zerlegt wird. LDL-Cholesterin gilt als schlechtes Cholesterin und HDL-Cholesterin als gutes, weil das Cholesterin sich im Körper ansammeln und an den Gefässwänden ablagern kann, wenn zuviel LDL und zuwenig HDL vorliegt.

 

Wie wird der Cholesterinspiegel untersucht?

Die Überprüfung des Cholesterinspiegels wird im Blut gemessen, dabei wird der Gesamtcholesterinspiegel Wert und daneben normalerweise auch die Werte für LDL, HDL und Triglyceride (Blutfette) ermittelt. Mittels Irisdiagnose ist auch ein hoher Cholesterinspiegel feststellbar.


Wie hoch ist ein normaler Gesamtcholesterinspiegel?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Werte für den Gesamtcholesterin in den letzen Jahren herabgesetzt (bedeutet es werden noch früher Medikamente eingesetzt). Als „hoch“ galt früher ein Grenzwert von über 260 mg/dl Blut. Anschliessend wurde der Wert auf 240 mg/dl verringert, und dann auf 220 mg/dl. Heute ist der Normwert 190-200 mg/dl. Dabei sollte der LDL-Spiegel 140 mg/dl nicht übersteigen, während das HDL-Cholesterin bei über 40 mg/dl liegen sollte. Damit haben plötzlich 70 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 40 und 60 Jahren einen zu hohen Cholesterinspiegel.


Welche Symptome können auftreten?

Der hohe Cholesterin-Spiegel (Hypercholesterinämie) ist eine „stumme“ Erkrankung, und entwickelt sich meist unbemerkt. Erst bei einer Irisdiagnose oder Blutuntersuchung kommt heraus, dass der Wert erhöht ist. Ein vermehrtes Vorkommen von Cholesterin löst also nicht direkt eine Erkrankung aus. Die Gefahr wächst schleichend. Wenn Cholesterin in den Wänden der Blutgefässe abgelagert wird, wird die Blutbahn enger. Zunächst nur minimal, aber wenn der Cholesterinsiegel hoch bleibt, geht dieser Ablagerungsprozess jahrelang unbemerkt vonstatten. Es entstehen sogenannte Plaques. So wird die Blutbahn immer enger, meist ohne dass man das bemerkt. Man spricht dann von Arteriosklerose (viele sagen „Verkalkung", mit Kalk hat es jedoch nichts zu tun). Deshalb gilt die Hypercholesterinämie als eine der Risikofaktoren von Krankheiten des Herzgefässsystems wie koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinfarkt, pAVK (periphere arterielle Verschlusskrankheit) und zerebrovaskulärer Insult (Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff), Schlaganfall. Und geht mit Erkrankungen wie Fettsucht, Bluthochdruck und Gallensteinen einher.


Welche Wirkungen hat die medikamentöse Senkung des Cholesterinspiegels?

Cholesterin flickt wie gesagt Blutgefässe, senkt man nun den Cholesterinspiegel so werden die Adern nicht weiter geflickt, und es kann zu Blutungen kommen. Das Problem ist dann nicht das Cholesterin, sondern die Adern. Die Adern müssen Nährstoffe wie Antioxidantien haben damit sie wieder heilen. Wenn man die Adern heilt sinkt auch der Cholesterinspiegel und die Adern werden wieder freier, weil der Körper das überschüssige Cholesterin wieder abbaut.


Zur Cholesterinsenkung werden Medikamente verwendet, sogenannte "Statine", die auch  Nebenwirkungen haben, siehe dazu Beipackzettel. Allgemein gilt, dass die medikamentöse Cholesterinsenkung nur bei jedem fünften Patienten zum erwünschten niedrigen Cholesterinwert führt. Daher gibt man neuerdings gerne zwei Medikamente gleichzeitig (ein Statin und Ezetimib). Denn diese Kombination hatte in einer von Merck (Statinhersteller) finanzierten Studie im Jahre 2015 gute Ergebnisse erzielt. Allerdings bezieht sich "gut" hier lediglich auf die Senkung des Cholesterinspiegels. Denn in der Gruppe, die beide Medikamente nahm, erkrankten deutlich mehr Patienten an Krebs. Statine allein aber sollen sogar das Krebsrisiko senken, insbesondere das Darmkrebsrisiko, so hiess es lange. Dann stellte man fest, dass es nicht die Statine waren, die das Darmkrebsrisiko reduzierten, sondern der hohe Cholesterinwert an sich. Je höher der Gesamtcholesterinspiegel, umso niedriger das Darmkrebsrisiko – so Forscher der University of Pennsylvania im April 2017 in einer Studie, die in PLOS Medicine veröffentlicht wurde. Inzwischen ist nicht einmal mehr sicher, ob das HDL-Cholesterin, das gerne als "gutes" Cholesterin bezeichnet wird, tatsächlich so gut ist. Denn verschiedene Studien zeigten, dass sowohl ein zu niedriger als auch ein zu hoher HDL-Spiegel mit einem vorzeitigen Herztod in Verbindung gebracht wird. Man kann sich also nicht beruhigt zurücklehnen, wenn allein der HDL-Wert hoch ist, da es viel eher auf alle Werte eines Menschen ankommt und hier insbesondere auf den LDL-Wert und die Höhe des Triglyceridspiegels. Sind diese beiden hoch, dann kann auch ein guter HDL-Wert nicht mehr helfen. Daher wird inzwischen immer öfter das LDL-HDL-Verhältnis (LDL/HDL-Quotient) berücksichtigt. Dieses sollte unter 3 liegen. Die Senkung des schlechten LDL-Cholesterins und des Triglyceridspiegels ist damit deutlich wichtiger, als ein hohes HDL zu erzielen.


Was sollte das Ziel für die Gesundheit sein?

Das Ziel sollte im Grunde nicht ein niedriger Cholesterinspiegel sein, sondern vielmehr ein gesundes Herz-Kreislauf-System! Das Problem bei der schulmedizinischen Therapie ist, das es eine rein symptomatische ist, mit Nebenwirkungen. 


Die traditionelle Naturheilkunde, so wie ich sie praktiziere in meiner Naturheilpraxis, berücksichtig eine ganze Reihe von möglichen Ursachen und Faktoren. Wie Lebensweise, Ernährung, Genetik, Individualkonstitution. Dazu gehört auch eine ganzheitliche Beratung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen und Faktoren mit Naturheilmitteln.


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