Zungendiagnostik


Zungendiagnostik

 

In der Traditionellen Europäischen Medizin (auch Traditionelle Europäische Naturheilkunde genannt) wird die Variante der Zungendiagnostik angewendet, die hauptsächlich auf den Naturgesetzen der vier Säfte- (Sanguis, Chole, Phlegma, Melanchole) und der Reizlehre (Sthenie/Asthenie) beruht. 


Die Zungendiagnostik Bestandteil der ganzheitlichen Diagnostik in allen traditionellen Medizinsystemen wie beispielsweise:

  • Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
  • Traditionelle Ayurvedische Medizin (TAM)
  • Traditionelle Tibetische Medizin (TTM)
  • Traditionelle Europäische Medizin (TEM)


Die Zungendiagnostik ist eine wichtige Diagnosemethode zur Befunderhebung und Beurteilung der Individualkonstitution, des Temperamentes und um Veränderungen des Gesundheitszustandes beurteilen zu können.

 

Auch die Schulmedizin beachtet einige Veränderungen der Zunge im Rahmen der körperlichen Untersuchung, da einige Zungenzeichen mit bestimmten Erkrankungen korrelieren. 


Wie funktioniert die Zungendiagnostik?

Die Zunge des Menschen kann innerhalb eines Normbereichs variieren in unterschiedlichen Ausprägungen der Form, der Zungenkörperoberfläche, Belag und Beweglichkeit. Der Übergang von verwertbaren Hinweiszeichen für die Zungendiagnostik als Reflexdiagnostik zu einer pathologischen Veränderung der Zunge, gilt es dabei abzugrenzen. Die Zungenkörperfarbe ist der wichtigste Aspekt der Zungendiagnostik. Die Farbe der Zunge zeigt die wahre Konstitution. Hier zeigen sich die grundlegenden energetischen Verhältnisse. Die normale Farbe ist blassrot mit einer sich spiegelnden Feuchtigkeit. Der Zungenbelag kann sich innerhalb von Stunden ändern und die Zungenform, auch Risse, ändern sich am langsamsten.


Was reflektiert die Zunge?

Die Zunge reflektiert innere physiologische bzw. pathophysiologische Abläufe und Erkrankungen, damit ermöglicht die Inspektion und Analyse der Zungenbeschaffenheit aussagekräftige Hinweise auf (die oben genannten) humoralen Stoffwechselvorgänge und der vier Säfte in den Organen Herz, Lunge, Leber, Galle, Milz, Magen, Darm und Nieren und sie reflektiert einige Infektionskrankheiten z. B. Scharlach. 

Daraus kann dann der humorale Befund abgeleitet werden und aus diesem kann dann eine spezifische humoralmedizinische Therapie geplant und eingeleitet werden wie beispielsweise für die Anwendung von individuellen Gewürzen und Heilpflanzen mit Eigenschaft wie kühlend oder wärmend, befeuchtend oder trocknend.

Es können auch daraus Ernährungsempfehlungen gemacht werden, Säftereinigungskuren, und Entgiftungsmassnahmen.

Und die Beschaffenheit der Zunge ist auch hilfreich zur Verlaufskontrolle akuter Erkrankungen und die Wirksamkeit von Therapien.


Was gilt es zu beachten zur Durchführung der Zungendiagnostik?

Um den Zungenbelag analysieren zu können bitte vor der Zungendiagnostik nichts Essen und ausser Wasser nichts trinken, im Idealfall auf nüchternem Magen. Kein Zungenreinigung an dem Tag, bei Kaffee, Wein, Gewürze, Tee, Kaugummikauen.


Vorteile der Zungendiagnostik im Vergleich zur Pulsdiagnostik

Die Zungen kann durch Fotodokumentation objektivierbar gemacht werden.

Der Patient kann anhand von Vorher-Nachher Bildern die Veränderung mit eigenen Augen erfassen und wird somit direkt motiviert, zudem ist die Verlaufskontrolle einer Therapie langfristig bildlich möglich. Der Patient kann die Zunge morgendlich im Spiegel betrachten und seine Erfahrungen mitteilen. Die Zunge zeigt Langzeit-Zustände umfassender an und verrät uns somit viel über seine Geschichte.


Die Zungendiagnose ist Bestandteil zu diagnostischen Zwecken bei allen Anamnesebesprechungen, Beratungen und Nachkontrollen des Therapieverlaufes.