Testosteron-Mangel


Testosteron-Mangel


Wie wirkt Testosteron in unserem Körper?

Oft liest man: Testosteron macht wild, egoistisch und aggressiv. Je mehr Testosteron,

desto besser der Sex oder die sportliche Spitzenleistung. Und Testosteron verbessert

das räumliche Denkvermögen. Vielle Mythen ranken sich um das Horrmon.

Doch was stimmt wirklich?


Zuerst einmal: Testosteron ist eines der wichtigsten männlichen Geschlechtshormone.

Doch auch Frauen produziierren Testosteron. Allerdings vorwiegend in der

Nebennierenrinde und in viel geringeren Konzentrationen als der Mann, wo

Testosteron in den Hoden entsteht.


Ob vermehrt Testosteron produziert wird und sich somit Hoden, Prostata und Penis

entwickeln, entscheidet sich vor der Geburt am X- oder Y-Chromosom. Denn auf dem

Y-Chromosom befindet sich unter anderem das SRY-Gen, das zu einer erhöhten

Testosteronproduktion führt. Fehlt dieses Gen und wird kein Testosteron produziert,

bilden sich aus den Urgonaden die weiblichen Geschlechtsorgane.


Doch für was ist Testosteron jetzt gut?

Allem voran für die Fortpflanzung. Testosteron schwindet: Auch Männer haben Wechseljahre. In der Pubertät steigt der Testosteronspiegel an, Hoden und Penis vergrössern sich, Jungen kommen in den Stimmbruch, ein Bart wächst. Ab jetzt bauen Männer schneller Muskulatur auf, denn durch Testosteron erhöht sich der IGF-1-Spiegel, der dazu führt, dass die in der Muskulatur vorhandenen Zellen schneller wachsen.


Im Alter, wenn das Testosteron schwindet, merken viele Männer nur schleichend die

körperlichen Änderungen, auch weil die männlichen Wechseljahre (ja, auch bei

Männern gibt es Wechseljahre!) nicht so abrupt beginnen wie bei der Frau. Bei einem

Testosteronmangel lässt meist als Erstes das sexuelle Verlangen nach, dann bildet sich

die Muskulatur zurück, manchen Männern fällt es schwerer, sich zu konzentrieren.


Neben dem Alter können auch Drogenmissbrauch, schwere Unterernährung,

Leberzirrhose, eine Schädigung der Hypophyse durch eine Gehirnverletzung oder eine

Unterfunktion der Hoden dazu führen, dass weniger und sogar zu wenig Testosteron

produziert wird. Diagnostiziert ein Arzt oder eine Ärztin einen Mangel, wird dieser im

Normalfall mit der Zugabe des Hormons behandelt. Auch in meiner Naturheilpraxis kann dier Testosteron-Spiegel gemessen werden. Bei einem Mangel an Testosteron behandle ich aber ganzheitlich, das bedeutet alles was den testosteronspiegel ungünstig senkt wird im Therapieprozess reduziert. Auch die Hormontherapie wende ich in der Praxis an, aber so dass bei einem Extremen Mangel der Körper angeregt wird diesen zu Korrigieren.

  

Egal welches Geschlecht – Testosteron beeinflusst die Sexualität

Testosteron zählt zu den Steroidhormonen, welche die Blut-Hirn-Schranke passieren

können und so auch direkt auf das Gehirn wirken. Viele Studien haben deshalb die

Wechselwirkung zwischen dem Hormon und dem Verhalten von Männern untersucht.

Zum Beispiel welche Auswirkungen das Hormon auf sexuelle Fantasien und das

Verlangen hat.

Generrell hängt das menschliche Sexualverhalten von vielen Faktoren ab. Von

Neuropeptiden wie Serotonin oder Dopamin. Von der Erziehung. Aber eben auch von

Testosteron. Vor allem die Libido hängt eng mit dem Hormon zusammen.

Auch für die weibliche Sexualität spielt Testosteron eine wesentliche Rolle. Frauen, bei

denen die Eierstöcke entfernt wurden, zeigten nach der Einnahme von geringen

Mengen an Testosteron ein gesteigertes Verlangen im Vergleich zur Placebogruppe.

Andersherum wirkt sich aber auch unser Verhalten auf die Hormonproduktion aus.

Testosteron, Gehirn, Psyche.


Männer haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, Frauen können nicht

einparken – diese Vorurteile hängen auch mit der Wirkung von Testosteron

zusammen. Das Hormon beeinflusst zu einem gewissen Grad das räumliche Denken

und die mathematischen Fähigkeiten, denn es sorgt dafür, dass die entsprechenden

Hirnzentren besserr durchblutet werden.

So schnitten Männer mit Testosteronmangel bei einem Kartenrotationstest, der das

räumliche Vorstellungsvermögen testete, deutlich schlechter ab. Aber: Viele verschiedene Faktoren wirken auf die kognitiven Fähigkeiten. Geschlechterrollen, das Training der entsprechenden Bereiche, die Gene. Testosteron erhöht lediglich die

Wahrscheinlichkeit für ein Verhalten oder den Zugriff auf bestimmte Fähigkeiten.


Macht Testosteron gewaltbereiter?

Oft hört man auch: Wer mehr Testosteron im Blut hat, sei gewaltbereiter. Gestützt

wurde das lange durch Studien, die einen direkten Zusammenhang behaupteten. Doch

so klar ist das nicht. Eine hohe Testosteronkonzentration im Blut bedeutet noch nicht,

dass sie auch im zentralen Nervensystem erhöht ist.

Gerade die ist aber wichtig für die Frage, welchen Effekt Testosteron auf unser

Verhalten hat. Aus ethischen Gründen können Ärzt:innen aber für diesen Zweck nicht

einfach Gewebe aus unserem Hirn entnehmen, sie brauchen andere Wege.

Zum Beispiel untersuchten Wissenschaftler:innen, ob sich mit dem Anstieg des

Testosteronspiegels in der Pubertät auch die Gewaltbereitschaft von Jugendlichen

erhöht – und stellten keinen Zusammenhang fest.


Führt Testosteronmangel zu Depression?

Auch dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Beeinflusst die

Hormonkonzentration die Krankheit – oder ist es genau umgekehrt? Es gibt Studien,

die dafür sprechen, dass ein Testosteronmangel das Risiko für Depressionen erhöht.

Beispielsweise haben sich bei Proband:innen, die Testosteron einnahmen, die

depressiven Symptome verringert.

Es gibt aber auch Studien, die dagegensprechen. Neue Forschungsergebnisse deuten

darauf hin, dass der relevantere Faktor nicht die Testosteronmenge ist, sondern die

Anzahl der Rezeptoren, an die Testosteron andocken kann.


Entscheident ist auch der Zustand der Rezeptoren, durch meine Konstitutionsbehandlung werden auch die Rezeptoren optimiert damit Insuffiziente Rezeptoren wieder besser Testosteron aufnehmen können.


Freue mich wenn ich Ihnen helfen kann

Ihr Naturheilpraktiker Hans Peter Exer, Luzern


Quelle:

  • Hans Peter Exer, Naturheilpraktiker, 2022
  • Petersenn, Stephan (Praxis für Endokrinologie und Andrologie)
  • Kleine, Bernhard, Rossmanith Winfried: Biochemie von Hormonen (Hormone und Hormonsysteme 2014)
  • Leiber, C. et al.: Testosteron und Psyche (Urologe 2010)
  • Fadel, Jim R., Reagan, Lawrence P.: Stop signs in hippocampal insulin signaling: the role of insulin resistance in structural, functional and behavioral deficits (Current Opinion in Behavioral Science 2016)
  • Touitou, Yvan, et al.: Association between light at night, melatonin secretion, sleep deprivation, and the internal clock: Health impacts and mechanisms of circadian disruption (Life Science 2017)
  • Kamal, Amer, et al.: Hyperinsulinemia in rats causes impairment of spatial memory and learning with defects in hippocampal synaptic plasticity by involvement of postsynaptic mechanisms (Experimental Brain Research 2013)
  • Bain, Jerald: The many faces of testosterone (Clinical intervention of aging 2007) Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 (Bundesministerium für Gesundheit)
  • Gehlert, Sarah, Clanton, Mark: Shift Work and Breast Cancer (International Journal of Environmental Research and Public Health 2020)
  • Kubatka, Peter et al.: Melatonin and breast cancer: Evidences from preclinical and human studies (Critical Reviews in Oncology/Hematology 2018)
  • Heneka, Michael T. et al.: Effect of pioglitazone medication on the incidence of dementia (Annals of neurology 2015)
  • Sund, Malin et al.: Association between pharmaceutical modulation of oestrogen in postmenopausal women in Sweden and death due to COVID-19: a cohort study (BMJ Global Health 2022)
  • Iwen, K. Alexander, Lehnert, Hendrik: Schilddrüse und Schwangerschaft (Der Internist 2018)
  • Quarks.de/gesundheit/medizin/das-machen-deine-hormone-mit-dir/